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Marketing-StrategieKünstliche IntelligenzCase Study

samaritano: Markenaufbau für ein Personaldienstleister-Start-Up bei null

Wie ein Personaldienstleister in der Pflege ohne Namen, Webseite oder Bewerber-Pool eine eigene Arbeitgebermarke aufbaut und sich von Stepstone und Indeed unabhängig macht.

Stefan KühneStefan Kühne
02. Mai 20266 Min. Lesezeit

Ein Personaldienstleister in der Pflegebranche, der Fachkräfte gewinnen will, steht vor einem strukturellen Problem: Die großen Jobportale wie Stepstone oder Indeed verschlingen Budget, ohne dass das Unternehmen dabei eine eigene Identität aufbaut. Jede geschaltete Anzeige stärkt die Plattform, nicht den Arbeitgeber. Für ein Start-Up, das bei null beginnt, kein Logo, keine Webseite, keinen Bewerber-Pool, ist das ein Teufelskreis. samaritano zeigt, wie der Ausweg aussieht: ein vollständiger Markenaufbau, der das Unternehmen Schritt für Schritt unabhängig von Portalen macht.

Die Ausgangslage: Ein Start-Up ohne alles

samaritano ist ein Personaldienstleister mit Fokus auf Pflegefachkräfte. Als das Projekt zu uns kam, existierte nichts: kein Markenname, keine Corporate Identity, keine digitale Präsenz. Die Gründer hatten eine klare Vision, eine wertebasierte Zeitarbeit mit christlichem Hintergrund, die Pflegekräften nicht nur Jobs, sondern sinnvolle Arbeitsbedingungen vermittelt. Doch eine Vision allein gewinnt keine Bewerber.

Die Pflegebranche ist einer der am stärksten umkämpften Arbeitsmärkte Deutschlands. Laut Bundesagentur für Arbeit liegt die Vakanzzeit für examinierte Pflegefachkräfte bei über 200 Tagen. Wer in diesem Markt Mitarbeiter gewinnen will, braucht mehr als eine Stellenanzeige auf Indeed. Er braucht eine Marke, die Vertrauen aufbaut, bevor der erste Kontakt stattfindet.

Das Problem: Portal-Abhängigkeit frisst Marge und Identität

Die meisten Personaldienstleister investieren den Großteil ihres Recruiting-Budgets in Jobportale. Das Ergebnis: hohe laufende Kosten, austauschbare Anzeigen und null Markenaufbau. Stepstone, Indeed und Co. sind Vertriebskanäle für Reichweite, aber sie gehören nicht dem Unternehmen. Jeder Euro, der dort fließt, baut die Plattform-Marke auf, nicht die eigene.

Für ein Start-Up wie samaritano war das keine Option. Ohne bestehende Marke hätte jede Portal-Anzeige in der Masse untergehen müssen, zwischen hunderten anderen Zeitarbeitsfirmen, die exakt die gleichen Pflegestellen anbieten. Die Differenzierung, der wertebasierte Ansatz, die persönliche Betreuung, die christliche Haltung, wäre in einem Portal-Template schlicht unsichtbar geblieben.

Die Lösung: Full-Service-Markenaufbau in der richtigen Reihenfolge

Der entscheidende Hebel bei samaritano war nicht ein einzelnes Tool oder ein einzelner Kanal. Es war die Reihenfolge. Ein Start-Up kann nicht gleichzeitig alles aufbauen. Es muss in der richtigen Sequenz vorgehen, damit jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut.

Schritt 1: Corporate Identity und Markenpositionierung

Bevor eine Webseite oder eine Anzeige entstehen konnte, brauchte samaritano eine Identität. Wir haben gemeinsam mit den Gründern die Marke entwickelt: Name, Logo, Farbwelt, Bildsprache und Tonalität. Die Positionierung als wertebasierter Arbeitgeber in der Pflege, der Slogan Wähle einen Job, wo man dich liebt, ist keine Werbefloskel, sondern eine echte Differenzierung in einer Branche, in der Zeitarbeitsfirmen für Bewerber oft austauschbar sind.

Schritt 2: Webseite mit Smart Assets

Auf Basis der CI entstand samaritano.de als zentrale Plattform. Die Seite ist kein digitaler Flyer, sondern ein Recruiting-Instrument mit konkretem Mehrwert für Bewerber. Zwei Elemente sind dabei besonders relevant.

Der Gehaltsrechner funktioniert nach der gleichen Mechanik, die wir als Smart Asset bezeichnen: Ein interaktives Tool, das dem Bewerber einen echten Nutzen liefert, bevor er sich bewirbt. Pflegekräfte können transparent sehen, was sie bei samaritano verdienen würden. Das schafft Vertrauen und qualifiziert gleichzeitig den Lead, weil nur ernsthaft Interessierte den Rechner nutzen.

Dazu kommt das Pfleger-werben-Pfleger-Programm, das bestehende Mitarbeiter zu aktiven Recruitern macht. Empfehlungsprogramme funktionieren in der Pflege besonders gut, weil Fachkräfte ihren Kollegen mehr vertrauen als jeder Stellenanzeige.

Schritt 3: Recruiting Playbook als eigene Infrastruktur

Der dritte Baustein war die Integration des Recruiting Playbook als Bewerbermanagement-System. Statt Bewerbungen über E-Mail oder externe Portale zu verwalten, hat samaritano jetzt ein eigenes System mit drei konkreten Vorteilen.

  • Automatische Google-for-Jobs-Indexierung: Jede Stellenanzeige auf samaritano.de wird automatisch mit dem korrekten Schema-Markup versehen und erscheint in Google for Jobs. Das ist eine Funktion, für die vergleichbare Plugins 799 Euro pro Jahr verlangen.
  • Kanban-Board für Bewerbungen: Alle eingehenden Bewerbungen werden visuell in einer Pipeline verwaltet, vom Eingang über das Erstgespräch bis zur Einstellung.
  • KI-gestützte Bewerberanalyse: Das System bewertet Bewerbungen automatisch mit einem Job-Match-Score von 0 bis 100 Prozent, inklusive Stärken-Schwächen-Profil. Das spart bei jeder Bewerbung Zeit in der Vorauswahl.

Wer die strategische Einordnung vertiefen möchte, findet im Artikel Digitales Recruiting Playbook: Warum Karriereseiten ein Smart Asset brauchen die ausführliche Argumentation hinter diesem Ansatz.

Schritt 4: Social Ads für gezielte Mitarbeitergewinnung

Mit einer stehenden Marke und einer funktionierenden Webseite konnte samaritano in die aktive Bewerberansprache gehen. Wir haben Social-Ads-Kampagnen auf Facebook und Instagram aufgesetzt, die gezielt Pflegefachkräfte in der Region ansprechen. Der Unterschied zu Portal-Anzeigen: Die Kampagnen führen auf die eigene Webseite, nicht auf ein fremdes Portal. Jeder Klick stärkt die eigene Marke und liefert Daten, die samaritano gehören.

Social-Ad-Beispiel aus der Recruiting-Kampagne fuer Pflegefachkraefte.
Video-Ad aus der Social-Ads-Kampagne (30 Sekunden)

Dazu kamen klassische Werbemittel: Broschüren und Printmaterial für den direkten Einsatz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Gerade in der Pflege, wo nicht jede Fachkraft permanent online ist, bleibt Print ein relevanter Touchpoint.

Schritt 5: Online PR für redaktionelle Sichtbarkeit

Der nächste Schritt im Aufbau ist Online PR über unser Distributions-Netzwerk CeleroPress. Ziel ist die Platzierung redaktioneller Beiträge in Fachmedien, die samaritano als Experte für wertebasiertes Recruiting in der Pflege positionieren. Während Social Ads kurzfristig Bewerber bringen, baut Online PR langfristig Autorität und Sichtbarkeit auf.

Messbare Hebel

  • Eigene Karriereseite statt Portal-Abhängigkeit: Jede Bewerbung läuft über die eigene Domain, nicht über Stepstone oder Indeed. Das spart laufende Portal-Kosten und baut gleichzeitig die eigene Marke auf.
  • Google-for-Jobs-Indexierung ohne Zusatzkosten: Das Recruiting Playbook liefert das Schema-Markup automatisch, eine Funktion, die bei Konkurrenzprodukten 799 Euro pro Jahr kostet.
  • Smart Assets als Vertrauensanker: Der Gehaltsrechner qualifiziert Bewerber vor der Kontaktaufnahme und differenziert samaritano von Wettbewerbern, die keine Gehaltstransparenz bieten.
  • Wertebasierte Positionierung als Alleinstellungsmerkmal: In einer Branche voller austauschbarer Zeitarbeitsfirmen ist die christlich-humanistische Haltung eine echte Differenzierung, die über alle Kanäle konsistent gespielt wird.
  • Full-Service statt Flickwerk: CI, Webseite, Recruiting-Tool, Social Ads, Print und Online PR greifen ineinander. Kein Element steht isoliert.

Fazit: Markenaufbau ist kein Luxus, sondern Infrastruktur

Der samaritano-Case zeigt ein Muster, das wir bei Start-Ups immer wieder sehen: Der Reflex, sofort Budget in Portale und Anzeigen zu stecken, ist nachvollziehbar, aber strategisch falsch. Ohne eigene Marke, eigene Webseite und eigene Recruiting-Infrastruktur bleibt jede Investition flüchtig. Sie erzeugt kurzfristig Kontakte, aber keinen nachhaltigen Vermögenswert.

samaritano hat in wenigen Monaten eine vollständige Arbeitgebermarke aufgebaut, die heute unabhängig von externen Portalen funktioniert. Der Schlüssel war die richtige Reihenfolge: erst die Identität, dann die Plattform, dann die Reichweite. Wer diesen Weg für sein Unternehmen gehen will, findet in unserem Smart-Assets-Ansatz den strategischen Rahmen dafür.

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